Von der ersten Boutique zur Palace Galerie

Coiffeur mit Münztelefon 1986

Wie kann man Frauen, Freunden oder der Familie eine Freude machen? Mit Schokolade, Blumen oder einem funkelnden Brillanten! Kleine oder grosse Aufmerksamkeiten als Geste der Zuneigung oder Wertschätzung. Die Hotelierfamilie Badrutt erkannte dieses Bedürfnis schon früh und bot seinen Gästen und externen Besuchern bereits um 1900 das Bummeln direkt im Hotel oder in unmittelbarer Nähe an. Einerseits wurde den Gästen damit eine weitere Freizeitaktivität geboten, andererseits konnte Familie Badrutt durch das Vermieten von Verkaufsflächen zusätzliche Einnahmen generieren.

Die ersten Geschäfte, die um die Jahrhundertwende im Badrutt’s Palace Hotel eröffneten, befanden sich damals direkt im Seitentrakt der Halle. Hier konnten Besucher ganz in Ruhe und vor allem während den Wintermonaten in der Wärme des Hotels durch die kleinen Boutiquen schlendern. Der Weg vom Hotel zum Bahnhof war ebenfalls zunehmend mit mehr Geschäften gesäumt. Während im Hotel selbst vor allem edle Designer-Marken wie Cartier, Bulgari oder Louis Vuitton ansässig waren, wurden ausserhalb des Hotels eher lokale Produkte oder Souvenirs angeboten. Gemäss einer Familienanekdote sollen sich Hans und Helen Badrutt in einer solchen Boutique, die auf Mode und Stoffe spezialisiert war, Anfang der zwanziger Jahre kennengelernt haben.

Helen arbeitete zu der Zeit als Verkäuferin in dem Modegeschäft und Hans stattete ihr dort regelmässige Besuche ab.1922 folgte die Hochzeit und 1930 die Geburt von ihrem Sohn Hansjürg Badrutt, der heutige Besitzer des Traditionshauses. Hans Badrutt erweiterte in den Folgejahren die Verkaufsflächen mehrmals, mit dem Ergebnis dass das Geschäft in den achtziger Jahren florierte und sich aus den einzelnen Boutiquen die höchstgelegene Shoppingmeile Europas, die heutige Palace Galerie, entwickelte. Besonders der Coiffeur im ehemaligen Café Palace erfreute sich 1986 grösster Beliebtheit bei den weiblichen Hotelgästen und der einheimischen Bevölkerung.