Wer die Wahl hat, hat die Qual

Erster Outdoor Pool in St. Moritz, Schweiz

Waren es früher Dinge wie heisses Wasser, ein eigenes Bad direkt auf dem Zimmer, elektrisches Licht oder ein Lift die den Inbegriff von «Luxus» verkörperten, wuchs vor allem in den 70-er Jahren immer mehr der Anspruch der Gäste an komfortable und aussergewöhnliche Zimmer. Das Hotelzimmer diente nicht mehr nur als Schlafplatz, sondern auch als Aufenthalts-und Rückzugsort.

Als das Badrutt’s Palace Hotel unter der Leitung von Caspar Badrutt 1896 eröffnete, waren die Hotelzimmer sehr schlicht ausgestattet. Das Interior stammte von grossen Möbelhändlern, mit dem Ziel die gekauften Objekte über einen möglichst langen Zeitraum nutzen zu können. Damals erfüllte das Hotelzimmer vorrangig den Zweck des Schlafplatzes oder des Ankleidezimmers. Alles andere spielte sich in den öffentlichen Räumlichkeiten des Hotels ab, z.B. im Lesesaal für die Damen oder im Fumoir für die Herren; hier wurde gelesen, philosophiert und wichtige Kontakte geknüpft oder bei Zigarre und Whiskey die nächsten Geschäfte besprochen.

 

Als Caspar Badrutt 1904 starb und sein Sohn Hans die Leitung des Luxushauses übernahm, änderte sich der Stil der Hotelzimmer zum ersten Mal. Die neuen Zimmer wurden viel üppiger und individueller ausgestattet. Aus dieser Zeit stammen z.B. die Stühle, die heute noch in der Suite Engadin zu finden sind und Liebhaber historischer Möbel erfreuen. 
In den nächsten 50 Jahren veränderte sich wiederum nur wenig am Einrichtungsstil der Hotelzimmer. Hans Badrutt verstarb 1953 und hinterliess seinem Sohn Andrea, den nächsten Hoteldirektor, ein sehr vielfältiges Interior, welches mittlerweile in die Jahre gekommen war. Allein aus finanziellen Gründen war eine Modernisierung für Andrea nur schrittweise möglich. Dennoch hatte er hohe Ziele und kreative Gestaltungsideen. So entstanden vor allem in den 70-er Jahren erstmals kunstvolle «Mottozimmer » wie die Boots-Kabine oder der Bambus-Jungle.