Zu Befehl

Die Amerikaner verbrachten bereits in den 20er und 30er Jahren des 19. Jahrhunderts gerne ihre Zeit in den Luxushotels von St. Moritz. Die Schweizer Alpen waren aufgrund ihres vielfältigen Sportangebotes und natürlich wegen dem einmaligen Erholungsfaktor besonders beliebt. Kein Wunder also, dass die amerikanische Armee ihren Soldaten, nach dem Krieg, den Zwangsurlaub in der Schweiz auferlegte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges florierte der Tourismus in St. Moritz. Luxushäuser wie das Badrutt’s Palace Hotel begrüssten zu dieser Zeit nicht nur Touristen aus Europa, sondern auch aus dem fernen Amerika. Neben gut betuchten Gästen befanden sich zu dieser Zeit vor allem bekannte Stars wie Charly Chaplin, Mary Pickford oder Rita Hayworth im Badrutt’s Palace Hotel.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges änderte sich diese Situation schlagartig. Die Gäste blieben aus, das Geld und die Versorgung wurden knapp und viele Hotels standen vor der Schliessung. Unmittelbar nach Kriegsende veranlasste die amerikanische Armee für alle Soldaten Erholungsurlaub in der Schweiz, bevor es zurück in die Heimat ging. Während viele Urlaubsorte in der Schweiz die Soldaten nicht aufnehmen konnten oder wollten, war St. Moritz der einzige Ort im Oberengadin der sich sofort dazu bereit erklärte die Soldaten zu beherbergen.

Unter ihnen auch Hans und Helen Badrutt mit dem Badrutt’s Palace Hotel. Auch wenn die Lebensmittel, der Platz und das Hotelpersonal zu dieser Zeit sehr knapp waren, ging Hans dieses Risiko ein und bewies einmal mehr Mut und Courage. Die Soldaten wurden von einer herzlichen Gastfreundschaft empfangen, die sie später zu ihren Familien mit nach Hause nahmen.