Need for speed: Adrenalin pur beim Cresta Run

Es war einmal vor langer Zeit auf einem verzauberten Berg, als eine Gruppe von Skeleton-Fans beschloss, die Cresta Run zu bauen, die schon bald zur kultigsten und spektakulärsten Eisbahn der Welt werden sollte. Man schrieb das Jahr 1885, und die Errichtung dauerte fast neun Wochen. Eine Legende war geboren. Der Mann hinter dem Bau des Cresta Run, ein britischer Major namens W.H. Bulpett, war zugleich Gründer des renommierten St. Moritz Tobogganing Club (SMTC), einer legendären Institution, die im Jahr 2017 ihr 130-Jahre-Jubiläum feiert.

Der Club

Der Club zählt 1300 Mitglieder aus der ganzen Welt. Wie bei vielen Gesellschaftsclubs werden die Mitglieder aus einer speziellen Kandidatenliste gewählt, die nur Männern offen steht. Das war aber nicht immer so. Einst stürzten sich viele Frauen den Cresta Run hinunter. Eine gewisse Mrs. J.M. Baguley war am 13. Januar 1925 die letzte Dame, die an einem Cresta-Rennen teilnahm. Heute dürfen Frauen nur einmal jährlich – und nur auf Einladung – beim Ladies Event fahren.

In den Jahren nach dem Bau der Cresta Run gab es bei dieser spannenden und beliebten Sportart so manche Veränderung. 1887 wagte sich ein gewisser Mr. Cornish mit dem Kopf voran auf die Bahn und setzte damit einen neuen Trend. Eine Idee, die sich so schnell durchsetzte, dass ihn innerhalb von nur drei Jahren alle Athleten imitierten. Auch die Bahnen änderten sich dramatisch und wurden mehr und mehr zu denen, die wir heute kennen: Ebenso wie die Welt, in der wir leben, war auch die Sportart einem rasanten Wandel unterzogen. Als solches übte sie eine grosse Faszination auf die Leute in St. Moritz aus.

Das erste Rennen auf dem Cresta Run war das Grand National, am 16. Februar 1885 gegen Davos. Im Jahr 2010 ist es bereits zum 100. Mal über die Bühne gegangen und wurde damit zu einer der am längsten laufenden Veranstaltungen seiner Art. Drei weitere grosse Cups sind seither dazugekommen: die Curzon (1910), die Morgan (1935) und die Brabazon Trophy (1966).

Ein aussergewöhnliches Rennen

Was den Cresta Run so besonders macht? Die Tatsache, dass die Natureisbahn jedes Jahr von Grund auf neu gebaut wird! Ganz wie im Winter 1884/1885. Das Rennen beginnt in St. Moritz und führt in einer steilen, schmalen Eisrinne hinunter in das einstige Dorf Cresta, heute Teil von Celerina. Und das auf 1,2 Kilometern Bahnlänge mit einem beeindruckenden Höhenunterschied von 157 Metern. Einem rasanten, spannenden Lauf steht also nichts mehr im Weg! Beim Cresta Run gibt es zwei Startpunkte: Die volle Streckenlänge startet beim «Top» (nur für routinierte Fahrer geeignet), die um ein Drittel entschärfte Strecke beim «Junction». Die bekannteste und berüchtigtste seiner 10 Kurven ist der «Shuttlecock», wo jene Fahrer aus der Bahn geraten, die zu viel riskieren. Diese erhalten damit automatisch Zutritt zum sagenumwobenen «Shuttlecock Club» und dürfen sogar eine besondere Krawatte tragen!

Einen Versuch ist es wert
Auch als Nichtmitglied können Sie den Nervenkitzel beim Cresta Run erleben. Anfänger können in einer Trainingsstunde herausfinden, ob diese Sportart etwas für sie ist, Fahrer auf der Kandidatenliste dürfen an bestimmten Tagen der Woche trainieren. Weitere Informationen erhalten Sie hier oder bei unserem Concierge